Pack die Badehose ein und dein kleines Schwesterlein

„Ihr könnt doch nicht mit zwei kleinen Kindern so weit weg fliegen! Was, wenn sie krank werden? Und dieser lange Flug! Wie wollt ihr das ganze Gepäck transportieren? Ist es nicht zu heiß dort? Wie macht ihr das mit den Windeln?“ So und ähnlich reagierten viele Menschen in unserem Umfeld, als wir vor einigen Jahren ankündigten, für vier Wochen mit unseren beiden Töchtern (damals drei und ein Jahr alt) mit dem Rucksack durch Thailand zu reisen. Am Ende meiner Elternzeit und während der Sommerferien, an die wir uns halten müssen mit einem Lehrerpapa, eröffnete sich ein Zeitraum, mal für länger zu verreisen. Richtig weit weg von allem Alltag mit Zeitdruck und Regeln. Abstand gewinnen.

Es wurde eine wunderschöne Reise mit ganz vielen besonderen Erlebnissen. Da wir keine Route geplant hatten, erlebten wir das Gefühl von großer Freiheit. Gefiel es uns an einem Ort, blieben wir. War das Meer zu tief für unsere Nichtschwimmer, zogen wir weiter bis wir den perfekten Strand für unsere Bedürfnisse fanden.

Zwei Jahre und ein weiteres Kind später packten wir wieder unsere großen Reiserucksäcke. Panama, das südlichste zentralamerikanische Land, war unser Ziel. Aus der Erfahrung unserer Thailandreise wussten wir nun, dass wir nur wenig unterwegs brauchen. Und so hatten wir dieses Mal weniger Gepäck mit, obwohl wir nun zu fünft unterwegs waren. In Panama ließen wir uns vier Wochen treiben zwischen den Wellen an der Pazifikküste, saftiggrünem Hochland und entspanntem karibischen Flair. Ganz gemütlich dem Tempo der drei Kinder angepasst.

Hast du auch schon einmal über eine große Reise mit deinen Kindern nachgedacht? Hier kommen drei gute Gründe es zu tun:

Erstens: Kinder sind die beste Reisebegleitung. Sie sind unkompliziert, weil sie nicht viel brauchen, um glücklich zu sein.

In dem kleinen Bergdorf Boquete in Panama mussten wir für eine Nacht in einem etwas schäbigen Zimmer unterkommen, weil wir nichts Günstiges gefunden hatten. Während mein Mann und ich mit rümpfender Nase unsere Sachen verstauten, hüpften die Kinder bereits vergnügt auf den durchgelegenen Matratzen. Ganz nach dem Motto: zu Hause ist dort, wo Mama und Papa sind.

Zweitens: Mit Kindern reisend genießt man im Ausland viele Vorzüge. Kinder sind gern gesehene Gäste, auf die freundlich und verständnisvoll reagiert wird, so unsere Erfahrung.

Auf Koh Samui in Thailand hatten wir ein Lieblingsrestaurant. Mal abgesehen vom super leckeren Essen durfte sich unser einjähriges Krabbelkind frei durch das Restaurant bewegen. Die nette thailändische Bedienung trug jeden Abend die Teller mit Pad Thai und gebratenem Reis einfach im Slalom an ihr vorbei.

Drittens: Die weite Welt mit Kinderaugen zu entdecken ist einfach wunderbar. Sie haben den Blick für kleine Details, sind offen gegenüber Neuem, sind begeisterungsfähig und abenteuerlustig. Sie schaffen es, aus einem Plastikbecher und ein paar Blättern eine Hexeküche zu zaubern. Die Kinder zu beobachten, wie sie sich ganz selbstverständlich durch eine fremde Kultur bewegen, ist unglaublich spannend und lässt einen manchmal ganz schön staunen.

Fazit: Einfach machen!!! Ohne viel „aber“ und „geht nicht“. Wir haben für unsere Reisen wenig im Vorfeld geplant. Es hat sich IMMER (auch wenn es manchmal gar nicht so schien) alles irgendwie zum Guten für uns entwickelt. Was bleibt, sind die Erinnerungen an eine ganz intensive und unvergessliche Familienzeit.

Ein schöner Blog zum Träumen mit wunderschönen kleinen Videos einer norwegischen Familie, die mit ihren vier Kindern eine Weltreise gemacht hat: www.sechspaarschuhe.de

Eure Anne

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