Tagebuch zu meinem Glücksmama-Detoxmonat

Tag 1:
Um Himmels Willen! Worauf habe ich mich da eingelassen?!? Nach einem ganzen Tag mit Amaranth, Rohkost und gedünstetem gewürzlosen Gemüse muss ich beim Abendbrot passen. Spinat und Brokkoli bleiben liegen. Lieber schlafen gehen, als noch mehr Gemüse essen.

Wenn ich an die letzten beiden Tage denke, werde ich ganz schwermütig. Böhmische Knödel, Palatschinken und Eisbecher mit der ganzen Familie im tschechischen Bozi Dar. So ging es los mit dem Detoxen. Zwei Ladetage mit reichlich Kalorien, ohne schlechtes Gewissen. Herrlich. Und nun, vier Wochen Gemüse. Das geht nicht!

Tag 4:
Jetzt bin ich so richtig angekommen. Quinoa köcheln, Garaufsatz mit Gemüse befüllen, Rohkost schnippeln, Öl mixen. Es läuft. An den, sagen wir mal, „natürlichen“ Geschmack habe ich mich gewöhnt. Ein wirklich gutes Körpergefühl hat sich eingestellt. So gesund, von Innen heraus. Die ersten beiden Kilos der Ladetage sind weg :-).

Tag 7:
Ein kinderfreies Wochenende liegt hinter mir und meinem Mann (den ich gezwungen habe, den Detoxmonat gemeinsam mit mir zu starten). Ohne Kino, entspanntem Frühstück gegen Mittag und Restaurantbesuch. Stattdessen gemeinsames Rohkostschnippeln und Sport via Gymondo auf dem Fernseher. Fazit: Es war trotzdem schön. Viel Zeit fürs Quatschen und Urlaubspläneschmieden. Und das lag nicht nur an der kinderlosen Wohnung.

Ich fange an, meine eigenen Essgewohnheiten zu überdenken und die der Anderen zu beobachten. Während so einer Detoxzeit kann man einiges über sich lernen und neue Ideen sammeln für die Ernährung der Familie (z.B. wurden Kichererbsennudeln als schmackhafte Alternative von allen Familienmitgliedern angenommen).

Tag 11:
Das Körpergefühl ist wunderbar. Sich nur Wertvolles zuzuführen, fühlt sich sehr sehr gut an. Gesund, vital, jung, kraftvoll. Auch für meine Glücksmama-Kurse in der Woche und den Alltag mit den drei Kindern ist ausreichend Kraft da. Das hatte ich zu Beginn wirklich bezweifelt.

Der fade Gemüsegeschmack vermiest einem aber so langsam das Esserlebnis. Dann muss ich immer an Käse denken. Oder eine Scheibe Vollkornbrot mit Butter. Nur eine Scheibe…Wenn das Essen vorbei und der Hunger gestillt ist, geht es wieder. Hunger habe ich wirklich nicht. Aber Gelüste…

Tag 15:
Die Hälfte ist geschafft!!! Ab jetzt kann ich rückwärts zählen, das motiviert ungemein. Ich fühle mich super, nach dem Einkauf im kleinen Bioladen um die Ecke mit meinem Fahrradkorb gefüllt mit Blumenkohl, Grapefruits, Spinat und Leinöl nach Hause zu radeln. Eine richtige Routine hat sich eingespielt.

Tag 19:
Heute habe ich ein echtes Tief. Am Wochenende geht es irgendwie immer schwerer als unter der Woche. Die Kinder haben Schlafgäste eingeladen. Es gibt Pommes, Donuts und Eis. Nur für die Kinder, versteht sich. Ich knabbere währenddessen auf meiner Möhre und kann nur noch an das nahe Ende des Detoxens denken. Etwas Anderes schmecken, eine andere Konsistenz kauen. Aufmunternd sind die Nachrichten meiner tapferen Glücksmama-Mit-Detoxerin Jana, die mich mit so manch lustigen Sprüchen mal wieder zum Lachen bringt. Schnell ins Bett. Morgen nur noch sieben Tage!!!

Tag 22:
Der tägliche Liter Apfelsaft, der seit Montag dazugekommen ist, peppt den Speiseplan ordentlich auf. Es ist schön zu beobachten, wie auch die Kinder viel mehr Gemüse essen, wenn wir uns als Vorbilder so ernähren. Unsere Jüngste isst uns mittlerweile die Salatblätter weg.

Tag 26:
Ich werde langsam hibbelig. Wie bei einem ersten Date tummeln sich Schmetterlinge in meinem Bauch, wenn ich an mein erstes Nach-Detox-Essen am Sonntag denke.

Mit dieser beflügelnden Vorfreude gehe ich heute ganz selbstbewusst in meine Lieblingsapotheke und bestelle ein Einlaufgerät. Die Apothekerin verabschiedet mich mit den Worten: „Viel Spaß damit!“ Na mal sehen…

Tag 27:
Bittersalz und Einlauf habe ich hinter mich gebracht. Es war überhaupt nicht so schlimm, wie ich erwartet hatte. Mein Körper ist jetzt leer, komplett leer, gereinigt von Innen heraus. Ich bin müde und schlapp, aber es fühlt sich richtig gut an! Ich habe Teig für ein Dinkelbrot vorbereitet. Noch einmal schlafen, dann ist es soweit. Mein Date mit den neuen Geschmacksknospen steht unmittelbar bevor.

Tag 28:
Um 10 Uhr gibt es eine Scheibe Dinkelbrot mit Butter und einer Scheibe Käse. Es schmeckt… himmlisch!!! Ich kaue ganz langsam, genieße mit geschlossenen Augen. Das Geschmacks- und Kauerlebnis ist so intensiv, dass ich fast weinen muss. Vielleicht liegt es aber auch ein wenig daran, dass ich unglaublich stolz auf mich bin, diese vier Detoxwochen in diesem Moment geschafft zu haben.

Eine Woche später:
Mir geht es super gut! Nicht nur, weil ich nun wieder Gewürze benutzen darf, sondern auch, weil das gute Körpergefühl bleibt. Ich habe während des Detoxmonats viel gelernt über gesunde Ernährung, darüber, was meinen Körper wirklich ernährt und habe noch mehr für meinen Alltag mitgenommen. Ich esse jetzt bewusster, langsamer, mit mehr Genuss.

Das Einkaufen, Vorbereiten, Köcheln, Schnippeln usw. zwischen Arbeit und den Kindern einzuflechten, empfand ich als echte Herausforderung. Nach ein paar Tagen hat man sich aber gut reingefuchst. Mittlerweile besitze ich einen Thermomix, einen wunderbaren Kückenhelfer, sodass ich beim nächsten Detoxmonat noch besser aufgestellt bin.

Da ich nach jeder Schwangerschaft ein äußerst hartnäckiges Kilo behalten habe (macht bei drei Kindern insgesamt also drei Kilo), bin ich über die sechs Kilo, die ich im Verlauf der vier Wochen verloren habe, ebenfalls seeeeehr glücklich.

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