Meine Alltagserleichterer

Heute kam ich mal wieder voll bepackt mit zwei von drei nörgelnden Kindern nach Hause. Der Esstisch vom gestrigen Abendbrot noch mit schmutzigem Geschirr voll, im Bad stapelt sich die Bank voller Dreckwäsche. Der Tag war lang und die Kinder möchten mir jetzt noch eine Zirkusaufführung zum Besten geben. Manchmal bin ich selbst erstaunt, dass unser Leben so gut funktioniert zwischen Kindern, Arbeit und Alltag. Wieso gelingt das eigentlich, frage ich mich…? Mit Mut zur Lücke, der Unterstützung von Freunden und Familie und meinen fünf Alltagserleichterern.

 

1. Mein Lastenrad

Es ist mehr als nur ein Fortbewegungsmittel durch unseren Kiez. Es bietet Platz für (bis zu) vier Kinder (bereits getestet), transportiert den kleinen Einkauf vom Bioladen um die Ecke, aber auch den Großeinkauf vor einer Party, zudem alle gesammelten Stöcke, Steine, in der Kita gebastelten Osternester und co.

Und ich komme voran, schneller als wenn ich zu Fuß unterwegs wäre. Wenn wir morgens spät dran sind, ist es eine große Erleichterung, alle drei Mädels plus Ausflugsrucksäcke und Schulmappe fix im Lastenrad zu verstauen und einfach loszuradeln. So voll beladen wird die Fahrt zur Schule meistens gleich noch zu einer kleinen Sporteinheit am Morgen. Jede Müdigkeit ist sofort verschwunden.

 

2. Meine Putzfrau

Ich liebe sie einfach. Seit der Geburt unserer zweiten Tochter gehört auch Marina zu unserer Familie. Jeden zweiten Donnerstagmorgen denke ich kurz bevor sie kommt: „Ohje, so ein Chaos hier, die Arme!“ Und jedes Mal, wenn ich anschließend wieder nach Hause komme: „Wahnsinn, wie macht sie das?!“ Sie schafft es, auf einem völlig zugestellten Schreibtisch, kleine sortierte Häufchen und Stapel zu kreieren, sodass der Schreibtisch zwar noch voll ist, aber schön geordnet voll.

Marina beruhigt mein Gewissen, dass wenigstens alle zwei Wochen die Wohnung einmal grundrein gemacht wird (Wann habe ich das letzte Mal die ganze Wohnung gewischt???). Dadurch gewinnen wir vor allem mehr Familienzeit am Wochenende und das ist mir sehr viel wert.

 

3. Mein Thermomix

Ja, ich gebe es zu: ich besitze einen Thermomix©! Und ich bin soooo froh darüber. Es macht das Kochen so viel leichter und entspannter, weil nichts mehr anbrennt, immer die gewünschte Konsistenz erreicht wird, weil es IMMER schmeckt, weil sich Gemüse super schnell zu einer Rohkostschüssel kleinmachen lässt. Das Beste aber ist, dass sich diese Wundermaschine immer zu Wort meldet, wenn sie meine Hilfe benötigt, also beispielsweise eine neue Zutat hinzugefügt werden muss. Dazwischen arbeitet sie selbstständig, gart, kocht, hexelt, verrührt, was mir die Zeit gibt, schnell noch den Trockner zu befüllen, Kinderpopos abzuwischen, Streits zu schlichten, E-Mails zu beantworten…

 

4. Geschwisterkinder

Meine drei Mädels halten mich immer auf Trapp. Sie sind mir aber auch eine große Unterstützung im Alltag, eben weil sie sich als Geschwister haben. Sie trösten sich gegenseitig, wenn ich gerade mit der kranken Dritten auf dem Arm kuschle, sie helfen sich beim An- und Ausziehen, sie passen aufeinander auf im Straßenverkehr, sie beschäftigen sich gegenseitig im gemeinsamen Spiel, sie schlafen nebeneinander, wenn sich eine fürchtet. Sie sind wie ein Dominospiel: geht Eine los, um sich endlich nach ewiger Diskussion die Zähne zu putzen, trotten (meistens) die anderen beiden hinterher.

 

5. Gelassenheit

Über die letzten sechs Mamajahre und mit zunehmender Kinderzahl habe ich mir ein hohes Maß an Gelassenheit angeeignet. Es ist utopisch zu glauben, die Ordnung nach dem Einsatz unserer Putzfrau über zwei Tage zu erhalten oder die Wäscheberge zu verhindern. Ich schiebe den Pferdeausflug aus Playmobilfiguren nebst Verkleidesachen und Malblöcken einfach unters Hochbett, wenn ich nicht mehr darüber stolpern möchte. Manchmal kleiden wir uns auch über Wochen aus den mit nicht zusammengelegter Trocknerwäsche gefüllten Ikeatüten an. Wenn die Kinder ihren Schlafanzug nicht anziehen wollen, schlafen sie eben auch mal im bekleckerten Tagesoutfit (geht andersherum genauso gut: also im Schlafanzug in den Tag starten 😉

Ehrlich gesagt, bei uns zu Hause regiert allermeistens eher das Chaos. Aber so ist es eben mit kleinen Kindern.

Eure Anne

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